Render deine Adobe After Effects, Premiere Pro, Character Animatior, Audition oder andere Dateien ganz einfach in deinen Wunschformaten. Wie das genau funktioniert und was alles möglich ist, mit dem Adobe Media Encoder, erkläre ich dir in diesem Artikel.

Als Erstes klären wir kurz, was der Media Encoder genau ist und für was dieser nützlich ist. Anschließend gehen wir auf die Installation des Programms ein und schauen uns die Oberfläche im Detail an. Dann rendern wir gemeinsam eine Datei und ich zeige dir anschließend wie du mit Vorlagen arbeiten kannst. Dann gehen wir noch separat darauf ein wie du den Media Encoder im Zusammenhang mit Adobe Premiere Pro, After Effects, Audition und Character Animator verwenden kannst.

Dieser Grundkurs ist Teil der Adobe Grundkurse 2020, wo wir die Programme der Creative Cloud genau unter die Lupe nehmen.
Hier gibt es alle kostenlosen Kurse im Überblick

1. Was ist der Media Encoder?

Der Media Encoder ist ausschließlich dafür gedacht, Dateien in ein neues Format zu rendern bzw. zu konvertieren, welches man im Encoder festlegen kann. Man kann diesen dafür nutzen bestehende Dateien von deinem Computer damit in ein neues Format zu konvertieren aber auch bspw. Projektdateien aus gängigen Programmen wie Adobe After Effects, Premiere Pro, Audition und den Character Animator außerhalb des Programmes zu exportieren. Mit dem Encoder kann man keine Videos oder Audios an sich schneiden oder animieren.

2. Installation & Preis

Den Media Encoder bekommst du ausschließlich in Kombination mit einem Abo der Creative Cloud von Adobe, in Kombination mit Premiere Pro oder After Effects. Du kannst das Programm an sich nicht einzeln abonnieren oder kaufen, sondern nur in Kombination mit einem monatlichen oder jährlichen Abo der Creative Cloud. Diese beginnen bei 23,79€ im Monat im Jahresabo für Premiere Pro oder After Effects bis zu knapp 60€ monatlich im Jahresabo für alle Applikationen. Der Media Encoder ist beim Fotografie Abo nicht dabei. Um jetzt Premiere Pro oder After Effects abonnieren oder kostenlos testen zu können, um damit auch den Media Encoder installieren zu können, musst du dir ein kostenloses Konto bei Adobe erstellen. Das geht direkt über diesen Link, nach dem du dein Wunsch-Abo ausgewählt hast. Jetzt musst du die Creative Cloud als Programm auf deinen Computer installieren. Darüber kannst du jetzt den Media Encoder herunterladen und nach der erfolgreichen Installation verwenden.

3. Oberfläche

Haben wir den Media Encoder jetzt erfolgreich gestartet befinden wir uns direkt im Programm. Dieses ist wirklich einfach aufgebaut und besteht aus vier unterschiedlichen Fenstern. Oben links haben wir unseren Media-Browser, wo wir auf die Dateien auf unserem Computer zugreifen können. Dort können wir also die Dateien auswählen, welche wir dann konvertieren wollen. Du kannst aber auch eine Datei über das Menü unter Datei > Quelle hinzufügen, reinladen. Die Dateien werden dann in der Warteschlange eingereiht, was das Hauptfenster des Programms ist. Hier kannst du jetzt über den Pfeil vor der Datei, deinen neuen Speicherort für die Datei festlegen, sowie das Dateiformat und Vorlage auswählen. Klappst du die Datei zu, siehst du auch den Namen und die Vorlage, sowie den aktuellen Status. In der Warteschlange kannst du auch in einen zweiten Bereich wechseln, namens überwachte Ordner. Hier siehst du alle Ordner, wo du eine Überwachung aktiviert hast. Damit kannst du mehrere Videos, also alle die sich in dem ausgewählten Ordner befinden, in einem bestimmten Format und Vorlage konvertieren. Du kannst einen überwachten Ordner über das Menü unter Datei festlegen oder im eigenen Fenster über das Plus. Haben wir eine Datei in der Warteschlange ausgewählt, können wir am oberen Rand eine weitere Ausgabe hinzufügen, also ein Video auch in mehreren verschiedenen Formaten rausrendern. Dann fügt sich eine weitere Spalte bei der Datei in der Warteschlange hinzu, wo wir alles nochmal einstellen können. Über den Strich können wir ein Element auch wieder aus der Warteschlange entfernen oder es daneben duplizieren. Klicken wir mit der rechten Maustaste auf eine Datei in der Warteschlange, können wir über Footage interpretieren, alle Ausgangswerte Sehen und über Auswahl überspringen können wir sagen, dass diese beim Konvertierungsvorgang nicht konvertiert werden soll. Außerdem können wir hier rüber auch die Datei im Media Browser oder unserem Dateiexplorer auf dem Computer anzeigen lassen und hier rüber die Datei auch aus der Warteschlange entfernen oder duplizieren. Jetzt haben wir unten links noch unseren Vorgabenbrowser, wo wir Vorlagen direkt auf eine Datei schieben können, um diese zum Konvertieren verwenden zu können. Unten rechts sehen wir dann auch, sobald wir über die grüne Schaltfläche den Renderprozess gestartet haben, den aktuellen Fortschritt. Falls du eine gute Grafikkarte hast, kannst du am unteren Rand der Warteschlange auch diese zum Rendern auswählen. Dies kann deinen Prozessor des Computers entlasten und den Renderprozess ggf. beschleunigen. Jetzt finden wir noch paar Einstellungen im oberen Menü des Programms. Unter Datei, können wir wie schon erwähnt Dateien oder Ordner zur Warteschlange hinzufügen, sowie Adobe Projektdateien, später noch mehr dazu. Wir können hier auch den Renderprozess starten, anhalten oder komplett abbrechen. Auch die Dateien aus der Warteschlange können wir speichern, damit wir diese beim erneuten Öffnen des Programms wieder sehen. Falls Fehler aufgetreten sind, können wir diese auch hier im Menü aufrufen. Unter Bearbeiten können wir einzelne Dateien wieder aus der Warteschlange entfernen, duplizieren oder auswählen. Auch Standardbearbeitungen wie Kopierern, Einfügen, Wiederholen oder Rückgängig können w ir hier tätigen. Ganz unten können wir auch alle Tastatureinstellungen verwalten sowie die Voreinstellungen. In den Voreinstellungen können wir allgemeine Einstellungen zur Warteschlange und dem Renderprozess einstellen. Unter Aussehen, auch das Design des Programms modifizieren und unter Arbeitsspeicher auch festlegen, wie viel davon zum Rendern verwendet werden darf. Hier solltest du nie den kompletten nehmen, da du dann eventuell deinen Computer zu der Zeit nicht mehr bedienen kannst, aber schon genug, damit das Rendern auch nicht ewig dauert. Unter Fenster, sehen wir nochmal alle Fenster aus dem Programm aufgelistet und durch den Haken davor, sehen wir, welche gerade im Programm angezeigt werden. Die Anordnung der Fenster können wir auch über ihre Namen ändern und in sogenannten Arbeitsbereichen speichern. Ich verwende hier den Standardarbeitsbereich von Adobe und finde, dass dieser eigentlich komplett perfekt ist und man nichts mehr groß ändern müsste. Unter Hilfe finden wir dann abschließend noch alle Informationen über das Programm und hier kannst du auch dein verbundenes Adobe Konto verwalten.

4. Eine Datei konvertieren/rendern

Wenn wir jetzt eine Datei von unserem Computer rendern wollen, suche ich diese einfach im Media-Browser und ziehe sie von dort in die Warteschlange. Das kann ich auch direkt aus dem Dateiexplorer machen. Jetzt lege ich unter Ausgabedatei den Speicherort und Name fest, wo die neue Datei hingespeichert werden soll. Unter Vorgabe kann ich jetzt noch ein Fenster öffnen, was du vielleicht auch schon aus Premiere Pro kennst. Hier kannst du genau festlegen in welchem Dateiformat du die Datei rendern willst und auch spezielle Einstellungen zum Video und Audio tätigen. Hier kannst du auch eine der Vorlagen verwenden. Auf der linken Seite siehst du auch eine Vorschau, wie deine Datei dann nach dem Rendern aussehen wird und kannst unten über den Timecode und die weißen Dreiecke die Datei auch am Anfang und Ende zuschneiden. In den Einstellungen auf der rechten Seite kannst du die Datei auch mit einem Untertitel kombinieren oder auf einer Online-Plattform direkt Veröffentlichen. Hier musst du dich dann mit dem einzelnen Service verbinden. Diese Einstellungen findest du auch als Vorlagen im Linken unteren Bereich im Programm und kannst diese einfach per Drag-and-drop auf unsere Datei schieben. Haben wir jetzt alles eingestellt und alle Dateien hinzugefügt, welche wir rendern wollen, klicken wir einfach auf den grünen Pfeil in der oberen rechten Ecke und es beginnt zu Rendern. Den Fortschritt sehen wir dann anhand des blauen Balkens unter Status oder Detailliert am unteren rechten Rand. Hier sehen wir auch die bisherige Renderzeit, so wie, wie viel Zeit es voraussichtlich noch benötigt. Auch ein Vorschaubild haben wir hier und alle wichtigen Metadaten. Wenn das Video fertig gerendert ist, sehen wir nichts mehr im unteren Bereich und unter Status in der Warteschlange steht dann OK. Jetzt können wir die Datei auf unserem Computer suchen und direkt das Ergebnis verwenden.

5. Vorlagen verwalten

Wir haben jetzt auf der linken Seite, im unteren Bereich unsere Vorlagen, wo Adobe schon mit vielen Standardvorlagen kommt. Hier können wir uns durch verschiedene Kategorien stöbern und dann die verschiedenen Vorlagen per Drag und Drop auf eine Datei in der Warteschlange ziehen. Wir sehen bei den Vorlagen auf der rechten Seite auch einige der wesentlichen Einstellungen, aber über einen Rechtsklick auf die Vorlage können wir wirklich alle Informationen über diese abrufen. Über das Plus am oberen Rand des Fenster können wir auch eine neue Vorlage erstellen, wo wir alle unsere Einstellungen direkt eingeben können und der Vorlage einen Namen geben. Wir können die Vorlagen über das Minus auch wieder löschen oder über den Ordner, in Gruppen sortieren. Über den Ordner mit Pfeil nach rechts, können wir auch eine Vorlage importieren und wenn wir eine ausgewählt haben, können wir diese daneben, über das gleiche Symbol exportieren. So kann man auch Vorlagen bspw. zwischen mehreren Geräten austauschen. Über die Suche können wir auch einfach schnell nach einer Vorgabe suchen und diese dann über Vorgabe verwenden, auf unsere Datei in der Warteschlange ziehen. Im Menü unter Vorgabe haben wir auch nochmal alle wesentlichen Funktionen im Überblick zu diesen.

6. Exportieren über Premiere Pro

Jetzt können wir aber mit dem Media Encoder auch Dateien aus Premiere Pro exportieren und müssen diese dann nicht in Premiere Pro rendern. Dafür werden vermutlich die meisten den Encoder verwenden. Der große Vorteil daran ist, dass man Premiere Pro während des Renderns über den Media Encoder weiter verwenden kann und das Programm nicht wegen des Renderns blockiert ist. Man könnte das Programm auch direkt schließen, nach dem man die Datei in die Warteschlange des Media Encoders gepackt hat. Aber wie macht man das jetzt? Das geht am Einfachsten, wenn du Premiere Pro geöffnet hast und im Exportfenster deiner Sequenz bist. Dieses kannst du einfach über das Menü unter Datei öffnen oder mit dem Tastenkürzel Strg/Cmd M. Hier können wir jetzt auch alle Vorgabeneinstellungen tätigen, welche wir auch im Media Encoder machen könnten. Klicken wir jetzt aber am unteren Rand auf Warteschlange, öffnet sich der Media Encoder und nach einer kurzen Zeit wird die Sequenz dort als Datei in der Warteschlange angezeigt und wir können diese dann wie jede andere Datei im Media Encoder exportieren und auch den Speicherort, Vorgabe und Format nachträglich ändern. Du kannst auch über das Menü des Media Encoder, unter Datei ein Premiere Pro Projekt auswählen, wo du dann die gewünschte gerenderte Sequenz selektieren und zur Warteschlange hinzufügen kannst. Wie Premiere Pro an sich funktioniert und wie du damit professionell Videos schneiden kannst, habe ich dir in einem separaten Grundkurs ausführlich erklärt, hier gehts zum Kurs.

7. Exportieren über After Effects

Wir können auch After Effects Komposition mit dem Media Encoder exportieren, was sehr praktisch ist, um auch hier ebenfalls den Renderprozess auszulagern und After Effects währendbei immer noch verwenden oder schließen zu können. Um jetzt die Komposition zur Warteschlange des Media Encoder hinzuzufügen, müssen wir die After Effects Komposition geöffnet haben und dann oben im Menü unter Komposition, zur Warteschlange hinzufügen. Dann öffnet sich automatisch der Media Encoder und die Komposition wird als Datei in die Warteschlange aufgenommen. Hier können wir dann auch den Speicherort, Format und Vorlage manuell bearbeiten, bevor wir es dann exportieren. Wir können auch After Effects Dateien direkt über das Menü im Media Encoder öffnen und dort eine Komposition zum Rendern auszuwählen. Einen ausführlichen Grundkurs zu After Effects findest du hier.

Dieser Grundkurs ist Teil der Adobe Grundkurse 2020, wo wir die Programme der Creative Cloud genau unter die Lupe nehmen.
Hier gibt es alle kostenlosen Kurse im Überblick

8. Exportieren über Audition & Character Animator

Wir können auch Audio Dateien aus Adobe Audition und Animationen aus dem Character Animator mit dem Media Encoder rendern. In Audition können wir einfach über das Menü unter Exportieren, in Media Encoder, die Datei darüber exportieren. Im Character Animator geht das ebenfalls über das Menü unter Datei > Exportieren und die Animation dann als Video im Media Encoder exportieren. Zu beiden Programmen gibt es ebenfalls auf meinem Kanal ein ausführliches Tutorial: Character Animator & Audition

Jetzt weißt du, wie du mit dem Media Encoder ganz einfach einzelne oder mehrere Dateien von deinem Computer oder direkt aus einigen Adobe Programmen rendern oder konvertieren kannst. Du kannst in dir direkt über diesen Link herunterladen und durchstarten. Über das Teilen des Artikels freue ich mich immer sehr und falls du noch Fragen oder Feedback haben solltest, kannst du dies gerne in den Kommentaren hinterlassen. Bis zu einem nächsten Mal, hoffentlich.

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