21 Mar 201911 min

Google Stadia – Die Zukunft des Gamings?

Diesen Dienstag, am 19.März 2019 hat Google ihr neues Produkt namens Stadia vorgestellt. Dieses Produkt basiert auf einer Technik welche ermöglichen soll hochauflösende Videospiele einfach über die Cloud auf jede Art von Bildschirm streamen zu können und damit noch einige weitere Funktionen mitbringt. Welche das sind, wie und was Stadia alles können soll und wieso Stadia eine Gefahr für die Gaming Industrie werden kann erkläre ich dir in dieser Folge des UpToDate-Podcast.

Ich möchte diese Podcast Folge mit einem Trailer beginnen, welchen Google zu ihrem Produkt Stadia veröffentlicht hat um dir einen Einblick zu geben, wie sie selbst ihr neues Produkt vorstellen. Mit Stadia möchte Google eine Gaming Plattform kreieren welche für jeden zugänglich ist.

Sie möchten eine Plattform implementieren welche es dir ermöglicht alle Videospiele, insbesondere die neusten und stärkest Titel direkt über deinen Chrome Browser, App oder über deinen Chromecast mit einem Controller spielen zu können und sogar zwischen diesen fließend wechseln zu können und direkt dort weiterspielen wo du aufgehört hast. Doch wie ist sowas überhaupt möglich?

Jeder der schon einmal ein aktuelles Videospiel gespielt hat, weiß, dass für das Spielen solcher Spiele in hoher Qualität leistungsstarke Computer oder Videokonsolen notwendig sind. Genau davon will Google weg und greift auf eine relativ neue Methode zurück, nämlich das Cloud-Gaming.

Schon seit einigen Monaten geht Cloud-Gaming durch die Runde und es war zu erwarten das Google in dieses Geschäft früher oder später einsteigen wird. Doch um das zu verstehen, müssen wir erstmal klären was Cloud-Gaming ist und wie es allgemein funktioniert?

Das Grundprinzip von Cloud-Gaming bzw. Cloud-Computer ist, nicht mehr einen Computer zuhause materiell stehen zu haben sondern über das Internet auf einen Computer zugreifen zu können. Das heißt, man bekommt auf sein Gerät den Bildschirm eines Computer gestreamt, welcher irgendwo in irgendeinem Datencenter steht und kann auf diesen über den Stream zugreifen. Durch diese Methode braucht man selbst keinen leistungsstarkes Gerät, da dieses im Prinzip nur das Livebild empfangen und Befehle zurück schicken können, was keine hohe Leistung erfordert. Was man aber braucht, ist eine gute und schnelle Internetverbindung, jedoch scheint eine normale Leitung, welcher der durchschnittliche Haushalt in Deutschland von 15Mbits im Download hat. Die Anbieter von Cloud-Computer werden mit geringen Latenzen und auch Google hat dies auf ihrer Pressekonferenz gemacht.

Für sie scheint das Cloud-Gaming Geschäft ideal zu sein, da sie dafür Computer aus ihren über 7500 Datencenter, welche in über 19 Ländern in der Welt vorzufinden sind, verwenden können und mit der direkten Anknüpfung an ihren Google Chrome Browser die schnellstmögliche Verbindung aufbauen können. Außerdem haben sie eine Kooperation mit AMG, eine der führenden Computer-Prozessor Herstellern vorgestellt, mit welchen sie optimierte Chips für ihre Datencenter-Computern herstellen um das Cloud-Gaming herstellen zu können. Dieser Chip soll im Vergleich stärker als der von der PS4 und der XBOX One zusammen sein und das ist damit eine klare Ansage gegen die aktuellen Videokonsolen. Außerdem arbeiten sie eng, insbesonderst mit Ubisoft und ihrer Videospiel-Engine unity zusammen sowie der UnReal Engine mit welcher ein Großteil der Videospiele umgesetzt wird und so ebenfalls auf ihre neue Plattform Stadia optimiert werden sollen. Laut ihrer Aussage möchten sie den Entwicklern die Limitierung von Hardware entfernen und mit ihren Servern ermöglichen Spiele zu entwickeln wie sie Leistungsmäßiger noch nie sein konnten. So sollen Spiele über Stadia zum Release dieses Jahr für jedem Nutzer in 4K, mit 60FPS, HDR und Sourround Sound verfügbar sein und laut der Aussage von Google sind ihre Server so ausgelegt in der Zukunft noch um einiges mehr an Leistung zu ermöglichen. Außerdem hat Google einen passenden Controller zu Stadia  vorgestellt, welcher sich nicht Großartig von den gängigen Controllern unterscheidet, diese sollen nämlich auch unterstützt werden. Jedoch hat der Stadia Controller einen extra Knopf für die Streaming-Funktion zu YouTube und für den integrierten Google Assistant auf welche wir später beide noch zu sprechen kommen.

Außerdem muss man sagen, dass lästige Downloads, Updates und Co. komplett der Vergangenheit angehören würden und du einen Zentralen Ort hättest für einige deiner Spiele, wahrscheinlich vergleichbar mit Steam, Origin oder UPlay momentan.

Das war quasi die technische Seite von Cloud-Gaming und was Stadia ermöglichen soll. Doch neben dieser, bringt sie für den Nutzer noch einige andere interessante Funktionen mit sich. So sind große Multiplayer-Spiele mit tausenden Spielern in einer einzigen Welt vorstellbar oder das gemeinsame Spiele mit vielen Freunden über eine Stadia Verbindung ist machbar und bringt viele neue Möglichkeit im Bereich der Interaktion zwischen Spielern mit sich.

Auch eine Funktion namens Slate Share soll eingefügt werden. Welche über einen teilbaren Link anderen ermöglichen soll, genau deine Position in einem Spiel nachspielen zu können und du so eine Art Wettkampf um den besseren Score mit deinen Freunden ermöglicht.

Insbesonderst die Integration mit YouTube ist sehr Interessant. Es gibt die Möglichkeit das Spiel direkt bei YouTube zu streamen  in höchster Qualität, ohne zusätzliche Software. Dies wird ermöglicht durch die Cloud, welche direkt ein identisches Bild an YouTube wie das zu deinem Computer sendet und so ein Echtzeitstream und kein Verlust von Qualität herrscht Außerdem soll es einige neue Interaktionen bei YouTube im Stream geben. So soll es möglich sein bei bestimmten Spielen, als Zuschauer, dem Streamer im Spiel beitreten zu können und mit diesem zusammenzuspielen. Auch eine Integration von Links in der Endcard von bspw. Trailern sollen dem Nutzer in unter 5 Sekunden ermöglichen das Spiel selbst spielen zu können über Stadia.

Auch eine Integration mit dem Google Assistant soll erscheinen, welcher dem Spieler bspw. ermöglichen soll, wenn er irgendwo nicht weiter kommt, den Assistant im Spiel fragen zu können und bspw. nach einem passenden YouTube Video suche kann ohne das Spiel verlassen zu müssen.

Das waren noch nicht mal alle Funktionen, es wurden noch einige weitere Vorgestellt welche die Arbeit von Entwicklern erleichtern und ein Stück weit revolutionieren soll.

Man kann sagen, dass mit Stadia viele neue Möglichkeiten für Entwicklung und Erfahrung mit Videospielen öffnet. Jedoch so positiv dies neuen Möglichkeiten sind und einen großen Schritt in die Zukunft bringt. Muss man sich auch die andere Seite der Medaille anschauen.

Es wurde kein Wort darüber verloren ob oder wie viel Stadia kosten wird. Zahlt man einen monatlichen Preis für die Plattform wo alle Spiele mit dabei sind? Oder ist die Plattform kostenlos und man zahlt für jedes Spiel? Oder doch für beides? Werden die Spiele teurer durch die Cloud-Server? Oder kann man Spiele dort nur noch im Abo erwerben?

Als extremes Beispiel für Preise kann man sich aktuelle Cloud-Computer Anbieter wie Shadow anschauen welche einen Computer bei einem Jahresabo für 30€ pro Monat verkauft. Dies wäre dann nicht mehr im Sinne von Googles Mentalität: eine Plattform für jeden. Weswegen ich bezweifel das sie es so umsetzen werden und eher die Plattform kostenlos zugänglich machen, wie auch ihre ganzen anderen Produkte und die Entwicklerfirmen für Server-Kapazitäten zahlen lassen, was die Spielepreise für uns vermutlich ankurbeln wird.

Das sind paar der Fragen welche, nach der einstündigen Pressekonferenz von Google, offen geblieben sind.

Was ich an der Sache jedoch noch viel Kritischer sehe ist die Abhängigkeit der Spieleentwickler gegenüber Google. Wenn die Entwickler Spiele direkt für die Google Cloud-Server entwickeln, sind sie von diesen Abhängig und Google hat schlussendlich die Macht wie sie auf ihrer Plattform genutzt werden und auch ein Stück weit die Kontrolle über die Entwickler was Bezahlung und Co. angeht. Denn niemand hat über die Finanzierung von den ganzen Servern und Co gesprochen.

Schließlich scheint das alles noch ein Stück weit Zukunftsmusik zu sein. Diese erste Pressekonferenz war primär für die Entwickler gedacht um ihnen zu zeigen was alles möglich ist und ihnen nun die Möglichkeit geben ihre Spiele dafür zu optimieren oder sogar komplett zu entwickeln. Für uns als Endnutzer soll die Plattform noch dieses Jahr an den Start gehen und wird bestimmt noch einmal in einer späteren Konferenz eingeweiht, wenn es ernst wird.

So umstritten Stadia auch ist, setzen sie die ersten Flaggen für die Zukunft des Gamings. Gaming was nicht mehr an deine Hardware gebunden ist. Gaming was du über alle Geräte gleichgut nutzen kannst. Gaming was grundsätzlich mehr Freiheiten hat und damit seinen Markt für alle öffnet.

Falls du dich noch mehr über das Thema informieren möchtest, schau doch auf simontutorial.de/uptodate vorbei, dort findest du alle Quellen und Informationen von dieser Podcast folge. Ich bedanke mich recht herzlich fürs reinhören und wenn du keine neue  Folge verpassen möchtest, welche immer Donnerstags kommt auf Spotify, iTunes oder deinem Podcast-Anbieter des Vertrauens, dann abonniere diesen Podcast doch und über eine Bewertung würde ich mich bei iTunes auch sehr freuen.

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Quellen:




Über diese Podcast Folge

Gesprochen von Simon
Das letzte mal aktualisiert am 25.05.2022
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