Nehme einfach Voiceovers, Instrumente oder Sounds auf und bearbeite und mische diese zu einem Soundtrack zusammen. Das ist alles möglich mit Adobe Audition, alles was du zur Audiobearbeitung benötigst. Was du alles mit Adobe Audition machen kannst und wie alles funktioniert erkläre ich dir ausführlich in diesem Grundkurs. 



Als Erstes gehen wir darauf ein, wie du an Adobe Audition ran kommst und dieses installierst. Dann nehmen wir die Oberfläche im Detail auseinander und gehe auf die Erstellung von Projekten ein. Wir werfen dann noch einen detaillierten Fokus darauf, wie du eine Audioaufnahme machen kannst und diese anschließend schneiden und bearbeiten kannst. Auch welche Werkzeuge und Effekte, wie Rauschentfernung oder Audiokomprimierung, es gibt, schauen wir uns an und wie du schlussendlich auch mehrere Audiodateien zusammen Mischen kannst. Vor dem Export gehen wir dann noch auf das praktische Essential Sound Panel von Adobe ein. In drei Bonus Kapitel gebe ich dir noch Tipps für den kauf eines Mikrofons. Außerdem wie du einen bestehenden Song einfach kürzen kannst und schließlich auch welche Audioformate es gibt und für was sie gut sind. Am Ende des Grundkurses gehen wir dann noch in einen praktischen Teil, wo wir gemeinsam eine Podcast-Folge aufnehmen und bearbeiten. So können wir unser gelerntes Wissen auf die Probe stellen und dieses intensivieren. Während des Kurses erwarten dich auch immer Tipps, Beispiele und Aufgaben um den Kurs aufzulockern. Für mehr Grundkurse zu den anderen Adobe Programmen kannst du meinen YouTube-Kanal gerne kostenlos abonnieren und über das Teilen des Kurses freue ich mich immer sehr. Falls irgendwelche Fragen, während des Kurses aufkommen, kannst du diese gerne in die Kommentare schreiben, wir helfen gerne weiter. Los geht’s mit dem Grundkurs.

1. Installation & Preis

Du kannst Adobe Audition ausschließlich über ein Adobe Creative Cloud Abo erwerben. Dies ist ein monatliches oder jährliches Abo, womit du auch die anderen Programme von Adobe erwerben kannst mit einem übergreifenden Cloudspeicher und weiteren Services von Adobe kombiniert. Du kannst Audition nicht als Programm einmal kaufen und dann für immer besitzen. Die Preise von Audition fangen bei 23,74€ pro Monat als Einzelanwendung an und können bis zu 59,49€ pro Monat gehen im Abo mit allen Adobe Programmen. Ein ausführliches Video zur Creative Cloud habe ich auch schon auf meinem Kanal gemacht, falls du mehr darüber wissen willst. Egal welche Option du wählst, du brauchst ein kostenloses Konto bei Adobe um dir die Adobe Creative Cloud als Programm auf deinen Computer herunterladen. Das funktioniert direkt über diesen Link. Wenn du die Creative Cloud heruntergeladen hast, dort dich mit deinem Adobe Konto angemeldet hast, kannst du darüber Adobe Audition installieren und verwenden. Alle Programme, so auch Adobe Audition kannst du für 7 Tage kostenlos testen, direkt über diesen Link.

2. Oberfläche

Wenn du jetzt Adobe Audition erfolgreich installiert und gestartet hast, befinden wir uns direkt in der Programmübersicht. Bevor wir uns gleich ein Projekt anlegen, nehmen wir die Oberfläche des Programms mal genauer unter die Lupe und schauen wie alles aufgebaut ist. Grundsätzlich besteht das ganze Programm aus einzelnen Fenster, welche wir durch das drücken und verschieben des Namens, neu anordnen können. Hier können wir Fenster in einem Menü stapeln, oder aneinander befestigen, in dem wir das aktuelle Fenster an den Rand eines anderen Fenster bewegen. So kannst du dir schlussendlich eine eigene Programmoberfläche aufbauen, welche sich deinem Workflow perfekt anpasst. Dieses Prinzip gilt bei den meisten Adobe Programmen, aber bei Audition find ich es noch wichtiger, da hier dein Workflow je nach Projekt wirklich unterschiedlich sein kann. Oben im Menü unter Fenster, siehst du auch nochmal alle in einer Übersicht und an dem Hacken vor dem Namen, siehst du ob das Fenster aktuell in deinem Programm zu sehen ist. Du kannst dir hier auch sogenannte Arbeitsbereiche erstellen, das sind quasi gespeicherte Anordnungen von deinen Fenstern. So kannst du zwischen verschiedenen Ansichten wechseln. Hier gibt es auch einige voreingestellte Arbeitsbereiche. In diesem Grundkurs nutzen wir ausschließlich den Standard-Arbeitsbereich von Adobe Audition. In dieser Ansicht befindet sich dann auf der linken Seite oberhalb unsere Projektdateien, welche wir gleich anlegen werden. Darunter finden wir noch unseren Dateibrowser und können Effekte sowie Marker und Eigenschaften einstellen. Ganz unten haben wir auch einen Verlauf unserer Bearbeitungen und ggf. ein Video, falls wir Audiomaterial von einem Video bearbeiten. Im Mittelpunkt steht dann natürlich der Editor, wo wir unsere Audiodatei bearbeiten oder mischen können. Unten am Rand haben wir auch einen Pegel, der uns beim Abspielen eines Audios die Werte anzeigt, später noch mehr dazu. Auf der rechten Seite ist unser Essantial Sound Panel, was super praktisch ist. Am oberen Rand können wir dann auch direkt die Arbeitsbereiche wechseln. Welche hier angezeigt werden, können wir auch unter Fenster > Arbeitsbereiche bearbeiten. Daneben können wir auch die Hilfe durchsuchen und auf der linken Seite können wir zwischen der Wellenform und Multitrack Ansicht wechseln. Wellenform ist für das Bearbeiten von einem einzelnen Audio und Multitrack, für mehrere. Dann haben wir auch noch einige Werkzeuge welche wir hier auswählen können. Im ganz oberen Menü können wir dann noch viele Einstellungen tätigen. Unter Datei finden wir hier alle wesentlichen Einstellungen für das Importieren, Erstellen, Speichern und Exportieren unserer Projekte. Unter Bearbeiten kann man allgemeine Einstellungen zu dem aktuellen Projekt machen und unter Multirack oder Clip noch spezielle Bearbeitungen für diese beide. Effekte und das dazugehöriger Favoriten-Menü schauen wir uns später auch noch ausführlicher an. Unter Ansicht können wir dann auch Einstellungen zur Programmoberfläche machen. Hier kann man auch zwischen den verschiedenen Bearbeitungsbereiche wechseln, sowie Zoomen und vieles mehr einstellen. Das werden wir aber zu Beginn nicht brauchen.

3. Projekt anlegen

Doch importieren wir jetzt erstmal Dateien, bzw. erstellen unser Projekt um Audios überhaupt bearbeiten zu können. Alle Dateien die du für das Projekt verwenden willst musst du in dein Dateien Fenster laden. Hier kannst du auch über einen rechtsklick, oder oben am Rand eine Projektdatei erstellen. Hier kannst du zwischen einer Multitrack Session oder einer Audio-Datei wählen. Es gibt auch CD-Layout aber das thematisieren wir in diesem Grundkurs nicht. Was ist jetzt aber der Unterschied zwischen Multitrack Session und Audio-Datei? Wenn du eine Audiodatei erstellst, kannst du quasi einen Track erstellen und bearbeiten. Mit der Multitrack-Session kannst du auch mehrere Tracks zusammenfügen, in einer Spuren Übersicht. Letzteres solltest du verwenden wenn du komplexe Audioprojekte, wie eigene Musik Tracks erstellen willst. Audiodateien, bieten sich an, für einzelne Sprachaufnahmen oder wenn du ein bestehendes Audio einfach nur kurz bearbeiten oder anpassen möchtest. Du kannst auch bestehende Audiodateien, direkt per Drag und Drop in dein Dateien Fenster ziehen, oder über den Media Browser hinzufügen. Diese Dateien kannst du dann innerhalb deiner Multitrack Sessions verwenden oder das Audio an sich, durch doppeltippen im Editor bearbeiten. Wenn wir jetzt aber eine neue Audio-Datei anlegen, müssen wir ihr einen Namen geben, sowie eine Abtastrate, Kanäle und Bit-Tiefe einstellen. Die Abtastrate ist quasi der Frequenzbereich, in welchem dein Audio erkannt wird. Hier sind 48000 Hz für Musiktracks standard und 44100 Hz reichen für reine Sprachaudios. Ein größerer Bereich bringt uns grundsätzlich nicht, da das menschliche Ohr glaub ich nicht mehr als 48000 Hz wahrnehmen kann. Bei den Kanälen kannst du zwischen Stereo, was zwei Kanälen entspricht, also Links und Rechts und Mono wechseln, was ein Kanal ist. Inzwischen kann man hier auch 5.1 Sound einstellen. Das kennst du wahrscheinlich von AudioSystemen oder Filmen im Kino. Das sind einfach 5 verschiedene Kanäle welche dann bspw. von 5 Audioboxen unterschieden werden können um einen räumlichen Klang zu erzeugen. Ich nutze für eine normale Voiceover Aufnahme, wie diese, welche du gerade in diesem Grundkurs hörst, einen Monokanal, da meine Sprache gleichmäßig auf allen Seiten verteilt werden soll. Bei Musik solltest du aber Stereo verwenden um Sounds Links oder Rechts hören zu können. Also bspw. bei einem Kopfhörer nur auf einer Seite. Als letztes haben wir die Bittiefe, wovon ich ehrlich gesagt nicht so die Ahnung habe. Hier habe ich gelernt, umso höher umso besser meistens. Deswegen wähle ich hier immer 32 Bit aus. Wenn ich dann auf OK klicke, hat sich die Audiodatei im Dateien Fenster erstellt und wir können diese direkt im Editor bearbeiten, da sie automatisch ausgewählt wurde. Im Dateienfenster siehst du auch immer wie Lange die aktuelle Datei ist und alle gerade getätigten Einstellungen. Über den Pfeil vor der Datei, kannst du auch die verschiedenen Kanäle aufklappen und separat bearbeiten. Am Wellensymbol siehst du, dass es sich um eine Audiodatei handelt. Wenn sich ein Stern hinter dem Namen befindet, heißt dass das die Datei nicht gespeichert ist. Das kannst du immer ganz einfach mit dem Tastenkürzel Strg+S machen. Dann wird die Audiodatei gespeichert. Bei einzelnen Audiodateien hast du keine separaten Audition Projekt Files mit welchen du das Audio erneut öffnen kannst, hier wird die Veränderung direkt auf die Datei angewendet. Dagegen sind die Multitrack Session, eine separate Projektdatei, worüber du diese auch zu einem späteren Zeitpunkt weiter bearbeiten kannst. Erstellst du so eine, kannst du neben dem Namen auch einen Speicherort für die Audition Projektdatei (auch an der Endung sesx zu erkennen) festlegen, sowie eine Vorlage für dein Projekt anwenden, aber auch die verschiedenen Einstellungen, wie bei der Audiodatei machen. Wie das mit den Multitrack-Sessions genau aussieht, schauen wir uns später noch genauer an. Jetzt widmen wir uns erstmal dem erstellen und bearbeiten eines einzelnen Audios.

4. Audio aufnehmen

Wenn wir jetzt eine Audio-Datei erstellt haben, haben wir auch die Möglichkeit direkt eine Audioaufnahme über Audition im Editor zu machen, welche wir dann anschließend bearbeiten können. Vor der Aufnahme sollten wir aber erst einmal unser Mikrofon checken. Das können wir oben im Menü unter Bearbeiten und die Voreinstellungen. Hier gibt es einen Extra-Bereich für deine Audiogeräte. Hier kannst du unter Standardeingang ein Mikrofon auswählen, mit welchem du deine Audioaufnahmen in Audition erstellen möchtest. Unter Ausgang kannst du Lautsprecher bzw. Kopfhörer auswählen, mit welchem du dir dann dein Audio anschließend in Audition anhören kannst. Bei beiden kannst du aus dem Dropdown Menü alle Audiogeräte auswählen. Wenn dein Audiogerät dort nicht angezeigt wird, liegt das nicht an Audition sondern, das Mikrofon muss von deinem Computer auch als solches Erkannt werden. Wähle außerdem immer dein bestes Audiogerät aus. Ich habe an meinen Computer über ein Mischpult ein Mikrofon angeschlossen, welches ich hier als USB Audio CODEC sehe und auswähle. Welches Mikrofon für die Aufnahmen am Besten ist und preislich erschwinglich, besprechen wir am Ende noch in einem Bonus-Kapitel. Haben wir jetzt unser Mikrofon erfolgreich ausgewählt können wir eine Aufnahme direkt über den roten Punkt im Editor starten. Hier sehen wir dann im Editor auch einen roten Balken und alle unsere aufgenommenen Sachen. Klickst du dann auf das Viereck, welches jetzt statt dem roten Punkt zusehen ist, kannst du die Aufnahme auch beenden und diese dann im Editor anhören und bearbeiten. Du kannst zu jeglichem Zeitpunkt wieder über den roten Punkt ein Audio aufnehmen. Bedenke hier aber, falls du das machst, während du mitten in einem anderen Audio bist, dass dieses teilweise überschrieben werden kann. Um nachträglich ein Audio in ein anderes Audio einzubauen ohne dieses zu überschreiben, setzte die Timeline einfach kurz vor das Ende und nimm dort das neue Audio auf und schneide es anschließend an die richtige Stelle. Du kannst auch in einer Multitrack Session über den roten Punkt direkt ein Audio aufnehmen. Prinzipiell solltest du beim Audio Aufnehmen darauf achten, dass deine Aufnahme nicht übersteuert. Das siehst du am Pegel, am unteren Rand, während du aufnimmst, sollte dieser nicht komplett an die Null anschlagen. Du siehst auch anschließend in der Wellenform am Oberen Rand die Null, also wenn dort das Audio anschlägt, wird es quasi abgeschnitten und es hört sich dann, wenn es zu oft passiert ist, echt nicht gut an. Das kann man zwar in der Nachbearbeitung noch etwas verbessern aber optimal ist es nur wenn du das eher vermeidest und das Audio leiser aufnimmst und dann in der Bearbeitung wieder aufdreht.

Ich nehme jetzt bspw. ein Voiceover für ein Video von mir auf. Dafür checke ich ob mein Mikrofon richtig ausgewählt ist und mache eine kurze Testaufnahme, welche ich mir anchließend direkt anhöre um zu checken ob wirklich alles normal ist. Dann lösche ich diese wieder und nehme mein Skript auf, in dem ich einfach in mein Mikrofon spreche. Bin ich fertig, klicke ich auf das Viereck und beginne jetzt mit dem zuschneiden und bearbeiten. Pausiere hier am Besten den Grundkurs und probiere selbst dein Mikrofon in Audition ein zu stellen und ein Audio aufzunehmen. Probiere hier auch aus, was für einen Unterschied die Entfernung zu deinem Mikrofon macht und ob dir ein Pop-Schutz helfen könnte um harte Sounds zu schwächen. Du kannst natürlich nicht nur Sprache aufnehmen, sondern auch Instrumente oder jegliche Geräusche.

5. Audio schneiden & bearbeiten

Jetzt sehen wir nach der Aufnahme das komplette Audio in unserem Editor, in der sogenannten Wellenform. Hier sehen wir oberhalb unsere Tonhöhen und unterhalb der roten Linie unsere Tiefen. Oben am Rand sehen wir auch unser Audio komplett und in welchem Bereich wir uns gerade befinden. Weil mit dem Mausrad kannst du auch in dein Audio einzoomen um genauere Bearbeitungen vornehmen zu können. Mit gedrückter Shift Taste kannst du mit dem Mausrad auch nach Links oder Rechts im Audio scrollen. Wir können uns aber auch über den Bereich in der oberen Ansicht durch unser Audio bewegen. Jetzt haben wir noch eine vertikale rote Linie mit dem blauen Punkt am oberen Rand. Das ist quasi der Punkt wo wir uns gerade im Audio befinden, wenn wir es bspw. über die Leertaste abspielen. Diesen Punkt können wir durch klicken verschieben. Wenn wir jetzt mit der Maus gedrückt über einen Bereich im Audio fahren können wir auch diesen auswählen und nur diesen bearbeiten. Über den Pegel, welchen wir am oberen Rand im Editor sehen können, können wir die Lautstärke der ausgewählten Stelle leiser oder lauter machen. Wir können aber auch einfach mit der Entf-Taste den ausgewählten Bereich entfernen und so unser Audio quasi schneiden. Mit Strg+C können wir auch eine Stelle kopieren und dann an einem anderen Punkt mit Strg+V einfügen. So können wir auch innerhalb eines Audios Dinge bearbeiten. Am oberen Rand können wir auch einen Magneten aktivieren welcher uns hilft immer die richtige Stelle zu markieren. Am Anfang und Ende des Audios siehst du auch ein Verlaufszeichen, welches du zum Audio hin ziehen kannst um das Audio langsam ein und ausfaden zu lassen. So wird die Lautstärke langsam am Anfang aufgedreht und am Ende abgedreht. Je länger desto weicher und die gelbe Linie zeigt auch den Lautstärkeverlauf. Bewegst du deine Maus nach oben oder unten beim Ziehen kannst du auch den Verlauf anpassen um bspw. ihn am anfang länger und zum Ende hin immer schneller werden zu lassen. So kannst du ganz einfach, mit diesen paar handgriffen dein Audio bearbeiten. 

6. Werkzeuge (Spektralfrequenz)

Jetzt gibt es aber oberhalb noch eine Werkzeugleiste, wo du noch mehr Möglichkeiten hast dein Audio mit zu bearbeiten. Hier sind die ersten Werkzeuge nur für die Multitrack Session verwendbar, dazu später noch mehr. In der Mitte können wir unsere rote Linie auswählen, welche wir bisher standardmäßig schon verwendet haben. Alle Werkzeuge danach sind für die Spektralfrequenz, welche du über den Button vor den Werkzeugen aktivieren kannst. Hier öffnet sich jetzt ein zweites Fenster im Editor, wo du deine Audiodatei in einer farblichen Ansicht sehen kannst. Wie genau diese zustande kommt kann ich dir nicht erklären, aber es ist quasi ein Abbild deiner Audiodatei und was quasi alles aufgenommen wurde. Hier werden dir in intensiven Bereichen, stärkere Audiofragmente angezeigt. Hier kannst du jetzt mit dem Marquee Werkzeug einen bestimmten Bereich in der Darstellung auswählen, du kannst den Bereich auch oberhalb umkehren um diesen dann mit Effekten oder bspw. dem Lautstärkeregler zu bearbeiten. Du kannst auch über das Lasso Tool, eine freie Auswahl in der Ansicht auswählen oder mit dem Pinsel eine Malen. Was ich jedoch am interessantesten finde, ist das letzte Tool, das Reparaturwerkzeug. Das funktioniert eigentlich vom Prinzip her so wie das Reparatur Werkzeug in Photoshop. Hier ist quasi das Audio unser Bild. Hier kannst du jetzt einfach einen Bereich im Audio auswählen, welche du entfernen möchtest und wenn du mit dem Werkzeug darüber malst wird dieser quasi aus dem Audio entfernt. So kann man bspw. Sirenen oder einmalige störende Geräusche einfach entfernen. Über die Werkzeugleiste kannst du auch die Größe des quasi Pinsels einstellen.

Du hast natürlich auch andere Möglichkeiten wie du auch störende Geräusche entfernen kannst, jedoch finde ich dieses Tool ziemlich cool und hier kann man einfach viel ausprobieren und sich einfach anhören ob es einem so passt oder nicht. Mit Strg Z kannst du jeden Schritt im Programm auch wieder rückgängig machen, falls es dir nicht gefällt. Weitere praktische Tastenkürzel von Adobe Audition findest du auch auf unserer Instagramseite @simontutorial, falls dich diese interessieren. Dort gibt es auch welche zu den anderen Adobe Programmen.

Ich schneide jetzt mein Audio zu, in dem ich es einfach nochmal komplett von vorne anhöre und Versprecher sowie lange Pausen einfach markiere und ausschneide. Ich setzte zwischendrin auch immer mal Marker, mit der Taste M um quasi meine Kapitel zu unterscheiden. Das mache ich nur um später in Premiere Pro, wo ich dann mein Video hinzufügt, die einzelnen Kapitel direkt zu sehen und damit arbeiten zu können. Habe ich das Audio komplett durchgehört, bin ich schon fertig mit dem zuschneiden. Das ist zwar grundsätzlich ein langwieriger Prozess aber meiner Meinung nach lohnt es sich für das Endprodukt sehr, da das Audio dann einfach kürzer und besser ist. So kann man bspw. auch Ähms und so rausschneiden, welche sehr störend sein könnten. Auch Musiktitel kann man einfach so verkürzen, wenn diese auf eine bestimmte Länge heruntergebrochen werden sollen, in einem Extra-Kapitel noch mehr dazu.

7. Effekte

Jetzt schauen wir uns aber an, wie du mit Effekten einiges an deinem Audio bearbeiten kannst. Wenn du das Effekte Fenster öffnest, siehst du dass es hier sehr viele verschiedene Effekte gibt, wo du auch teilweise Drittanbieter Effekte einbauen kannst. In diesem Grundkurs können wir uns aus zeitlichen Gründen nicht alle Effekte anschauen und ich kenne nicht mal alle im Detail. Grundsätzlich sind die Effekte aber im Effekte Bereich in verschiedene Kategorien aufgeteilt und manche Namen sind auch selbst erklärend. Wir schauen uns jetzt aber zwei Sachen im Detail an, welche für viele vermutlich essentiell sind. Das ist einmal die Rauschentfernung, sowie die Entfernung von bestimmten Sounds. Bevor wir das aber besprechen erkläre ich dir noch eine Methode wie du dein Audio komprimieren kannst. Also wenn deine Audiospur quasi stark ausschlägt und sehr laute und sehr leise Bereiche hat, welche nicht so einen großen Unterschied haben sollen. Bevor wir jetzt aber einen Effekt anwenden, müssen wir erst unser Audio auswählen. Mit Strg A können wir unser komplettes Audio auswählen und so die Bearbeitung auf das komplette Anwenden. Sonst können wir auch nur eine bestimmte Auswahl treffen, welche dann bearbeitet wird. Wir fügen jetzt aber unsere Effekte nicht direkt über das Effekte Fenster am oberen Rand hinzu, sondern über das Effekte-Rack Fenster, welches wir an der linken Seite finden. Falls du es nicht siehst, kannst du dieses Fenster auch über das Menü unter Fenster einblenden. Wieso machen wir das jetzt alles hier? Einfach weil man hier mehrere Effekte gleichzeitig anwenden kann und nachträglich angewendete Effekt auch wieder deaktivieren oder aktivieren kann, falls man es doch nicht benötigt. Außerdem gibt es noch einen weiteren Vorteil für deinen Workflow, welchem wir am Ende des Kapitels noch besprechen werden. Wir sehen hier jetzt verschiedene Ebenen, wo wir zu jeder einen Effekt über den Pfeil zuordnen können. Um unser Audio jetzt zu komprimieren, also die Höhen und Tiefen auszugleichen, wählen wir unter Amplitude und Komprimierung, die röhren modellierte Komprimierung aus. Hier können wir jetzt 5 verschiedene Sachen einstellen. Das Nachklingen kannst du unverändert lassen und die Ansprechzeit auf 2 ms immer senken. Die drei anderen Optionen musst du dann immer individuell zu deinem Audio einstellen. Bei Schwellenwert solltest du den Mittelpunkt deiner Audio Höhen auswählen, an diesen nähern sich dann die Höhen und Tiefen an. Du kannst den Mittelpunkt einfach am rechten Rand deiner Audiodatei ablesen. Bedenke dass diese meistens nach oben größere angezeigt wird. Bei mir würde ich jetzt bspw. -9 auswählen, weil mein Audio bis zur 0 hochgeht. Unter Verhältnis stellt man jetzt ein, wie stark sich das Audio an den Schwellenwert anpasst. Hier solltest du maximal ein Verhältnis von 4 nehmen, sonst hört es sich unnatürlich an. Ich nutze hier meistens 3. Mit der Ausgangsverstärkung kannst du dann die allgemeine Audiolautstärke wieder hochpegeln. Da ich das lieber visuell über den Lautstärke regler mache, lasse ich es hier auf null. Wenn ich fertig mit dem Einstellen bin kann ich einfach das Fenster schließen und sehe den Kompressor im Fenster. Jetzt könnte ich noch andere Effekte hinzufügen. Wo sich bspw. ein Hard Limiter lohnt, wenn man die Lautstärke auch über die Kompression einstellt, dann gewährleistet man, bspw. dass das Audio nicht Lauter wie -0,1 geht und es so nicht ausschlägt. Haben wir alle Effekte können wir unten einfach auf Anwenden klicken und sie werden auf das Audio übernommen. In dem Effekte Rack Fenster, siehst du jetzt auch noch oberhalb sogenannte Vorgaben. Hier kannst du bspw. deine eigenen Effekte als Vorlage speichern um sie in Zukunft einfach alle direkt hier auswählen und anwenden zu können. Hier gibt es standardmäßig auch einige Effektvorlagen, welche ganz interessant sind. Bedenke dass diese aber nicht alle standardmäßig auf dein Audio passen. Du kannst alle Effekte aber auch immer nachträglich über das doppel Tippen auf ihren Namen bearbeiten.

Jetzt schauen wir uns noch an wie man Rauschen oder Störende Sounds entfernen kannst. Es gibt ja viele Mikrofone welche ein Grundrauschen mit sich bringen. Die Rauschentfernungn machen wir jetzt über das Menü. Als ersten Schritt müssen wir jetzt erstmal einen Bereich auswählen, wo nur das Rauschen zu hören ist. Deswegen solltest du, wenn du weißt dass du ein Grundrauschen bei deinem Mikrofon hast, immer am Ende oder am Anfang der Aufnahme quasi nichts aufnehmen um jetzt nur das Grundrauschen auswählen zu können. 2-4 Sekunden vom Grundrauschen alleine ist eine gute Länge der Auswahl um am Ende auf ein gutes Ergebnis zu kommen. Nachdem wir das ausgewählt haben können wir unter den Rauschentfernung Effekte das Geräuschmuster speichern. Dieses wird dann bei unserem Rauschentfernung Prozess als Referenz genommen. Haben wir das jetzt erfolgreich gemacht, wählen wir unser komplettes Audio mit Strg A aus und gehen in den Effekte auf die Rauschentfernung. Hier kannst du jetzt ganz detaillierte Einstellungen zu dieser machen. Am unteren Rand kannst du grundsätzlich die Stärke der Rauschminderung einstellen, also wie Stark dein Audio reduziert werden soll. Auch um wie viel es gemindert werden soll, kann man hier einstellen. Im großen Fenster kannst du dann auch dein Rauschen in einer Grafik sehen, wo die verschiedenen Höhen in unterschiedlichen Farben angezeigt werden und du durch den blauen Balken den Schwellenwert bearbeiten kannst. So kannst du noch präziser deine Rauchentfernung anwenden. In den meisten Fällen reichen aber die beiden unteren Regler. Über die Play Taste am unteren Rand kannst du auch dein Audio abspielen und Probe hören ob so die Rauschentfernung okay ist. Wenn alles gut ist, kannst du einfach auf Anwenden klicken und schon hast du deinen Rausch erfolgreich entfernt. Nach dem gleichen Prinzip kannst du auch störende Geräusche entfernen. Dafür wählst du einfach den Bereich aus, wo man das Geräusch hört. Du kannst hier auch für ein exakteres Ergebnis die Spektralfrequenz anzeigen und dort mit dem Marquee das Geräusch auswählen. Ist das Geräusch sehr laut solltest du es hier durch die starke Sättigung sehen. Hast du das Geräusch ausgewählt kannst du in den Effekten das Soundmodell lernen und dann anschließend den kompletten Bereich auswählen, wo die störenden Geräusche sind und unter Sound Entferner, diese direkt entfernen. Das funktioniert aber nur wenn die Geräusche alle sehr ähnlich sind.

Neben den Effekten kannst du jetzt auch Favoriten hinzufügen, wo du bspw. bestimmte Effekte einstellen kannst, welche du dann mit einem Klick anwenden kannst. So kannst du bspw. deine Rauschentfernung Einstellungen einmal einstellen und dort dann abspeichern um sie nicht jedes Mal wieder neu einzustellen, wenn du immer das gleiche Hintergrundrauschen hast. Die Favoriten kannst du im Favoritenfenster bearbeiten, wo du auch jegliche Art von Aktionen hinzufügen kannst, welche dann automatisch ausgeführt werden. Hier kannst du bspw. über den roten Knopf bestimmte Bearbeitungen aufnehmen, welche dann immer wiederholt werden, wenn du den Favorit über den Play Button ausführst. Das kann man jetzt alles sehr komplex machen um Workflows fast komplett zu automatisieren, aber wenn du nur normal Audios aufnehmen und bearbeiten willst benötigst du diese Favoriten nicht oder halt nur für einfache Sachen, wie Effekte anzuwenden.

Um das jetzt alles zu intensivieren, pausiere den Grundkurs doch jetzt mal kurz und probiere deine eigene Rauschentfernung oder Audiokomprimierung anzuwenden. Ich mach jetzt auch beispielhaft eine Audiokomprimierung von meiner vorhin aufgenommen Voiceover Aufnahme. Dafür wähle ich jetzt einfach meine komplette Audioaufnahme aus und gehe dann ins Effekte-Rack Fenster. Hier füge ich jetzt die röhren-modellierte Kompression hinzu, wo ich Ansprechzeit auf 2ms stelle, sowie ein Verhältnis von 3 festlegen. Den Schwellenwert lege ich auf -10, was ungefähr der Mitte entspricht. Jetzt wende ich den Effekt an und sehe wie sich mein Audio verändert. Da es mir jetzt ein wenig zu leise ist drehe ich über den Lautstärke Button die Lautstärke höher, aber achte darauf das die Null Grenze oberhalb nicht überschritten wird. Tadaa jetzt ist mein Audio fertig.

8. Audio mischen (Multitrack Session)

Jetzt haben wir uns angeschaut wie du eine Audiodatei aufnehmen, schneiden und bearbeiten kannst. Jetzt kann du aber auch mit den Multitrack-Session mehrere Audiodateien miteinander Mischen um bspw. einen Musiktitel zu erstellen. Dafür erstellst du im Dateien Bereich eine neue Session Datei. Was du da bei der Erstellung festlegen kannst, haben wir im Abschnitt Projekt anlegen schon gesprochen. Hast du das Projekt jetzt erstellst siehst du im Editor, deine Sequenz. Hier hast du mehrere Audiospuren untereinander wo du jetzt verschiedene Audiotracks reinschieben kannst, welche sich in deinem Dateien bereich befinden. Du kannst in eine Spur auch mehrere Audiotitel schieben, welche du dann hintereinander oder mit Lücken anordnen kannst. Schiebst du zwei Audiotitel ineinander, siehst du gelbe Linien, welche den Übergang von dem ersten in den zweiten Audiotitel darstellen. An jedem Audiotitel kannst du auch über die oberen Symbole einen Übergang am Anfang oder Ende hinzufügen, sowie auch in einer einzelnen Audiodatei. Am unteren Rand kannst du auch die Lautstärke für jeden Audiotitel manuell einstellen. Auch über die Balken im Audiotitel geht das. Durch das ziehen an den Rändern der Audiotitel kannst du diese auch beschneiden. Jetzt kannst du aber auch oben in der Werkzeugleiste einen Cutter auswählen, wo du auch in einen Audiotitel klicken kannst um diesen an der Stelle aufzuteilen und zwei einzelne Clips daraus zu machen, welche du dann einzeln bearbeiten kannst. Mit dem Unterschieben Werkzeug kannst du auch einen Audiotitel, innerhalb verschieben umso seine aktuelle Länge nicht zu verändern aber das Audio optimal in diese Länge anzupassen. Mit dem Auswahl Werkzeug, kannst du die Audiotitel einfach auswählen und die normalen Bearbeitungen machen. Jetzt kannst du auch für jede Audiospur Einstellungen tätigen. So wie die Lautstärke einstellen, oder über den Buchstaben M, die Spur stummschalten oder über S nur die aktuelle Spur hören, also alle anderen Spuren stummschalten. Über R kannst du eine Aufnahme vorbereiten wo du dann unten in der Mitte über die rote Schaltfläche eine Aufnahme direkt in dieser Spur machen kannst. Du kannst auch bestimmte Kanäle für jede Spur festlegen oder eine Spur einklappen, was praktisch ist um nicht den Überblick zu verlieren, wenn du zu viele Spuren verwendest. Oben am Rand siehst du auch dein komplettes Projekt und kannst über die Lupe in dieses auch einzoomen. Da jede Spur eine andere Farbe hat, kann man diese gut auseinander halten. Dein Track an sich geht solange, wie der letzte Audiotitel in der Sequenz ist. Du kannst am rechten Rand auch weiter runter scrollen um weitere Spuren zu sehen und diese zu verwenden. Am unteren Rand kannst du neben der Aufnahme auch deine Session direkt abspielen, vor oder zurückspulen, sowie einen Wiederholungsschleife aktivieren und weitere Optionen zum Zoomen findest du hier. Wenn du jetzt Dateien in deine Session gezogen hast, kannst du die Dateien auch zwischendurch einzeln bearbeiten, wie wir es vorhin gemacht haben und diese Bearbeitungen werden dann direkt in der Session mit übernommen.

9. Essential Sound

Jetzt haben wir rechts neben der ganzen Track Bearbeitung auch noch das Essential Sound Fenster. Falls du dieses nicht siehst, kannst du dieses auch über das Menü unter Fenster öffnen. Dieses Fenster ist noch eines der neuesten Sachen in Audition was gerade für Anfänger super geeignet ist und um stupide Arbeitsprozess zu beschleunigen. Hier kannst du jetzt nämlich, wenn du einen Audiotitel ausgewählt hast, diesen als Dialog, also Sprache, Musik, SFX also Geräusche oder anderweitige Sounds oder Raumschall markieren. Markierst du es als Dialog kannst du jetzt die Intensität, also Lautstärke automatisch anpassen, sowie unter Reparieren ganz einfach eine Rausch oder Rumpel reduzierung aktivieren und anwenden. Auch Hall kannst du hier ggf. reduzieren und weiteres. Unter Klarheit, kannst du die Dynamik der Stimme erweitern, sowie einen Effekt anwenden wo die Stimme dann an bestimmte Situationen angepasst werden kann. Auch die Sprache kannst du hier minimal verbessern in dem du das Geschlecht des Sprechers auswählst. Unter Kreativ kannst du schlussendlich auch einen Hall zur Stimme hinzufügen. Ganz unten kannst du dann noch die Clip-Lautstärke manuell anpassen oder komplett stummschalten. Hast du deinen Clip als Musik ausgewählt, kannst du ebenfalls die Intensität einstellen. Unter Dauer kannst du einen Clip auf eine bestimmte Länge strecken oder kürzen oder Remixen. Die coolste Funktion vom ganzen Essential Sound Panel ist jetzt aber das Ducking, was du bei Musiktiteln hinzufügen kannst. Hier kannst du jetzt sagen, wenn bspw. ein Sprechaudio, oder eine andere Audioart, welche du oben auswählen kannst, in einer anderen Audiospur über dem Clip teilweise liegt, dass sich der Musikclip für die länge von dem ausgewählten Clip anpasst bzw. die Lautstärke reduziert. Das ist halt für Voice Overs super praktisch da man diese Titel dann perfekt verstehen kann, da die Musik leiser wird. Du kannst hier dann natürlich einstellen, wie viel leiser die Musik da werden soll, sowie wie lang die Überblendung zum leiseren geht und wie stark die Empfindlichkeit beim Erkennen ist. So kannst du ganz einfach durch das ledigliche markieren von Dialogen Musiktitel perfekt an diese anpassen. Jetzt kannst du den Clip auch als SFX markieren wo du auch die Intensität und Kreativ anwenden kannst, wie beim Dialog. Aber hier kannst du auch noch einen Tonschwenk einstellen. Bei Raumschall kannst du ebenfalls die Intensität, Kreativ und Ducking aktivieren sowie eine Stereobreite um den Sound weiter im Hintergrund quasi zu platzieren. Jeden Audiotyp kannst du auch nachträglich am oberen rechten Rand wieder entfernen, sowie eine von vielen Vorlagen anwenden.

Probier doch jetzt mal deinen eigenen Musiktitel zu erstellen. In dem du einfach deine unterschiedlichen Instrumente aufnimmst und ggf. einen Gesang. Dann bearbeite einfach alle Audiotitel für sich selbst und stell diese dann in einer Session zu einem Titel zusammen. Pausiere den Grundkurs gerne dafür, und wenn du nicht mehr weißt, wie etwas bestimmtes ging, kannst du auch gerne wieder zurück spulen. Dadurch dass du es selbst anwendest, intensiviert du das erlernte am Besten und kannst in der Zukunft schneller eigenständig arbeiten. Wenn dir ein Musiktitel zu viel ist kannst du auch einfach eine Dialogaufnahme machen und diese bspw. mit Hintergrundmusik oder Sounds ergänzen und mit dem Essential Sound Panel perfekt anpassen um ein Gefühl dafür zu bekommen. Ich zeige dir am Ende des Grundkurses auch im praktischen Teil noch ein Beispiel wie ich das alles mache.

10. Exportieren

Jetzt gucken wir uns aber zum Abschluss noch an wie du deine fertige Audiodatei oder Multitrack-Session exportiert kannst um am Ende eine fertige Audiodatei zu haben. Bei einer Audiodatei kannst du diese einfach durch Strg + S oder über Datei speichern. Hast du eine Audiodatei bearbeitet welche zuvor schon existiert hat, werden die Einstellungen 1:1 übernommen. Hast du eine Audiodatei neu erstellt in Audition öffnet sich beim Speichern ein Dialog, wo du den Dateinamen sowie Speicherort festlegen kannst. Auch dein Audioformat kannst du hier festlegen, wo ich für kleine Dateigrößen MP3 empfehle und für verlustfreie Dateigrößen WAV Dateien. Aber in einem Bonuskapitel gleich noch mehr zu den verschiedenen Audioformaten. Auch deine Voreinstellungen siehst du hier nochmal und kannst diese ändern. Du kannst dann auch noch festlegen ob Marker oder andere Metadaten mit in die Datei sollen, den Haken solltest du setzen, wenn du bspw. in einem anderen Programm mit Markern weiterarbeiten willst. Klicke dann einfach auf ok und die Datei wird exportiert. Eine Multitrack Session kannst du auch über Strg S oder das Datei Menü speichern, hier wird die Datei dann aber als Audition Projektdatei gespeichert, worüber du das Projekt dann wieder weiter bearbeiten kannst, aber nicht eine normale Audiodatei hast. Diese kannst du dir aber erstellen lassen, in dem du die Multirack Session auswählst und dann im Menü Exportieren auswählst. Hier kannst du unter Abmischen eine komplette Sequenz oder nur den aktuell ausgewählten Clip als normale Audiodatei speichern. Hier kannst du dann ebenfalls alle Einstellungen wie bei der normalen Audiodatei machen. Über das Exportieren Fenster kannst du aber bspw. deine Datei auch direkt in Adobe Premiere Pro exportieren um dort mit dieser weiter zu arbeiten oder über den Media Encoder exportieren. Zu beiden dieser Programme haben wir auch einen Grundkurs auf diesem Kanal gemacht, Link zu allen Grundkursen findest du hier.

Jetzt weißt du wie man alles in Adobe Audition von Anfang bis Ende macht. Bevor wir gleich im praktischen Teil unser erlerntes Wissen intensivieren habe ich noch drei Bonus Kapitel für dich.

1. Extra: Aufnahmegerät (Mikrofon) finden

Um dir deine Bearbeitung so einfach wie möglich zu machen, solltest du ein vernünftiges Mikrofon verwenden, denn schlussendlich ist dieses essentiell um eine gute Audio Aufnahme machen zu können. Jetzt gibt es aber sehr viele Mikrofone, welche von 10-1000 Euro gehen. Was ist da das Beste für den Einstieg. Ich empfehle grundsätzlich für das Aufnehmen von Dialogen also Sprache, das AUNA MIC 920B, einfach weil es direkt über USB mit deinem Computer verbunden werden kann, du also kein Mischpult oder sonst was braucht. Der Preis von um die 80€ (bei Aktionen auch weniger) ein gutes Preis Leistungsverhältnis für die gute Qualität bietet. Wer eine bisschen bessere Qualität haben möchte um auch Sounds oder Instrumente aufzunehmen, bietet sich das Rode NTUSB an, für um die 150€. Grundsätzlich ist Rode eine sehr gute Marke, meiner Meinung nach, was Mikrofone angeht. Ich selbst verwende ein Rode NT1A, mit welchem auch das Audio dieses Grundkurses aufgenommen wurde. Das liegt bei ungefähr 170€ aber da dieses kein USB Mikrofon ist benötigt man ein Mischpult oder Audiointerface um es mit dem Computer verbinden zu können. Ich selbst bin da kein Profi drinne, was Mischpulte und Co. angeht. Hier muss man halt aufpassen dass das Mischpult schlussendlich nicht die Qualität deines Mikrofons senkt. Deswegen rate ich für den Einstieg zu den beiden USB Mikrofone, welche von der Qualität sicher ausreichen sollen. Für Profis gibt es beim Thema Audio auch viele andere Optionen. Neben dem Mikrofon ist aber auch ein Popschutz immer gut um Spucke vom Mikrofon fernzuhalten, sowie ein Mikrofonständer, damit sich das  Mikrofon nicht bewegt. In deinem Raum sollten auch optimalerweise Vorhänge oder einige Möbel und Co. stehen, weil diese den Hall schlucken und sich so deine Stimme besser anhört. Vielleicht kennst du auch diese Styroporplatten, die Schlucken auch bspw. den Hall.

2. Extra: Songs (Musik) kürzen

Mit Adobe Audition kannst du auch ganz einfach bestehende Songs ganz einfach in deine eigene Länge kürzen, ohne dass es sich schlecht anhört. Dafür lädst du einfach den aktuellen Song in Adobe Audition und öffnest ihn, sodass du die Wellenform siehst. Jetzt ist es sinnvoll den Song mit den Markern in seine Strophen und Refrains zu teilen. Je nachdem wie lang der Song ist, kannst du jetzt einfach einzelne Strophen oder Refrains auswählen und löschen. Hier ist es immer wichtig den Übergang zu behalten, also so zu schneiden, dass der Takt dadurch nicht verloren geht. Das geht am Besten, wenn du dir die Wellenform Struktur anschaust. Da sich meistens was im Song wiederholt kannst du einfach genau da einen Cut setzen. Dann einfach paar Mal anhören ob es so passt. Im Notfall kannst du auch eine Multitrack-Sequenz erstellen und dort den Song mit dem Cutter in mehrere Teile schneiden und dann die gewünschten Teile aneinander legen und ggf. in einander schieben um einen weichen Übergang zu kreieren. Hier immer probehören ob sich das gut anhört. 

3. Extra: Welches Audioformat für was.

Beim Export haben wir die Wahl zwischen vielen verschiedenen Audioformaten, doch welches ist dort das Beste? Was wir alle kennen ist wohl das mp3 Format, dieses hat zwar eine kleine Dateigröße aber eine starke Komprimierung, was die Qualität deiner Audiodatei enorm senkt. Deswegen verwende ich meistens eine wav Datei. Diese ist zwar wesentlich größer als die MP3 Datei, aber die Qualität wird nicht so stark komprimiert, was wichtig ist wenn du es bspw. woanders weiterarbeiten. Wer gar keine Komprimierung haben will, kann auch eine FLACC Datei erstellen. Hier solltest du dann aber checken ob die Programme oder Player den du verwendest das Dateiformat unterstützen. MP3 oder WAV wird meistens unterstützt. Jetzt gibt es aber noch viele andere Formate, was die genau sind, kann ich dir nichtmal sagen, aber hier habe ich einen Artikel verlinkt, wo du dich noch mehr über Audioformate informieren kannst, falls dich das interessieren sollte.

11. Praktischer Teil:

Jetzt zum Abschluss des Kurses machen wir ein Praxisprojekt, damit du Audition auch im alltäglichen Gebrauch sehen kannst und wie man es schlussendlich von Anfang bis Ende verwenden kann.

12. Podcast Folge aufnehmen

Wenn ich jetzt meine Podcast-Folge aufnehmen will, öffne ich Adobe Audition und erstelle eine neue Audiodatei. Hier gebe ich den Namen der Folge ein, sowie stelle auf Mono um, da ich eine Sprachaufnahme mache. Dann checke ich in den Voreinstellungen das mein Mikrofon verbunden ist und mache eine kleine Testaufnahme, welche ich mir dann auch anhöre, ob alles passt. Das hat es zum Glück, deswegen lösche ich diese und nehme direkt über die rote Schaltfläche das Audio auf. Wenn ich fertig mit der Aufnahme bin, klicke ich auf das Viereck und beginne mit einer allgemeinen Kompression. Dafür öffne ich das Effekte-Rach Fenster und füge die röhren-modellierung Kompression hinzu. Wo ich die Ansprechzeit auf 2ms senke und den Schwellenwert auf -10. Das Verhältnis ist auf 3 und dann wende ich den Effekt an und dreh die Lautstärke auf, bis kurz vor den Rand. Jetzt beginne ich, mir die Folge nochmal komplett von vorne anzuhören um Versprecher oder unschöne Laute, Sätze oder Pausen einfach durch markieren raus zuschneiden. Ich setzte auch noch eine Markierung mit dem Tastaturbefehl M, wo später das Intro hin soll. Das mache ich jetzt bis ich das komplette Audio fertig bin. Bevor ich jetzt noch das Intro und Outro hinzugefügt, speicher ich die Folge als WAV. Datei in meinem Podcast Ordner auf meinem Computer über den Tastenkürzel Strg + S. Wurde es erfolgreich gespeichert, erstelle ich jetzt eine Multitrack-Session, Ebenfalls mit dem Folgen Namen und lege hier Stereo fest. Jetzt ziehe ich meine Audiodatei auf die erste Audiospur. Dann öffne ich meinen Datei-Explorer und ziehe meinen Intro und Outro Sound in Audition. Jetzt zerschneide ich mit dem Cutter meinen Audiotrack an der Markierung und platziere darunter, in einer neuen Audiospur, mein Intro. Dort füge ich dann noch eine Ein und Ausblende an um einen perfekten Übergang zu schaffen, welche ich mir dann auch anhöre. Hier passe ich auch die Lautstärke der Audiospur meines Intros an, sodass diese nicht zu laut ist. Am Ende der Podcast Folge füge ich dann meine Intro Sound nochmal ein und kürze das Ende, da mir dieses dort zu lang ist. Auch hier höre ich Probe ob alles passt. Schlussendlich exportiere ich dann meine Folge als Gesamte Sequenz und wieder als WAV-Datei in meinen Folgenordner. Bevor ich jetzt Adobe Audition schließen, speicher ich auch noch die Multitrack Session. Jetzt habe ich mein fertiges Audio und kann es anhören und veröffentlichen. Das war eine Folge von meinem UpToDate-Podcast, wo ich über aktuelle News und Updates aus der Technikwelt spreche. Alles zum Podcast findest du hier, du kannst in bei Spotify, Apple Podcast, Google Podcast und überall anders hören.

Jetzt weißt du, wie du ganz einfach Audiotitel in Adobe Audition aufnehmen, schneiden, bearbeiten und abmischen kannst. Mehr Grundkurse zu den ganzen anderen Adobe Programmen findest du auch auf meinem YouTube Kanal und um keine neuen Tutorials zu verpassen kannst du diesen gerne abonnieren. Über das Teilen des Kurses freue ich mich immer sehr und falls du irgendwelche Fragen oder Feedback haben solltest, kannst du dies gern in die Kommentare schreiben. Wenn du mehr über Adobe Audition wissen willst und die englische Sprache beherrscht, empfehle ich dir den Audition 1.01 Kurs von Jason Levine auf seinem YouTube Kanal, Link dazu hier.

Cool das du bis zum Ende durchgehalten hast, bis zum nächsten Mal hoffentlich.

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